Der Einfluß des nordbairischen Dialekts auf die Namensschreibung

Quelle: Dr. Wolfgang Janka, Uni-Regensburg, Dez.2005

"Der Wechsel zwischen ö- und e-Schreibungen kann in allen Gebieten vorkommen, wo sich ö zu e entwickelt hat (in der Sprachwissenschaft spricht man von "Entrundung" des ö). Dies ist in vielen deutschen Dialekten der Fall und nicht nur im in der Oberpfalz und in benachbarten Gebieten gesprochenen Nordbairischen. Im Bairischen vollzieht sich dieser Lautwandel bereits im 13. Jahrhundert. Seit dieser Zeit kann in Namenformen e statt ö (und umgekehrt) auftreten. - Zu den Konsonanten g und k (ck, ckh) bzw. d und t(t) ist anzumerken, dass sich k, p und t ungefähr seit dem 13. Jh. im Zuge einer Konsonantenschwächung in weiten Gebieten des deutschen Sprachraums in inlautender Position zu g, b bzw. d wandeln konnten. Auch hier liegt keine spezifisch nordbairische Erscheinung vor. - Der Wechsel zwischen - gl- und -dl- begegnet sowohl im Nordbairischen (vgl. dialektal "wousiigl" für Wunsiedel etc.) als auch im Ostfränkischen. - Den Ausfall des -r- in Formen wie "Schöglmann" kann man nicht mit einem lautgesetzlichen Wandel erklären. Ein regelhafter Schwund des r ist in dieser Position nicht möglich. Entweder wurden Wörter wie "Schädel", "Schecke(l)" o. ä. eingedeutet oder es liegen Schreib- bzw. Lesefehler vor. Die Varianten des Familiennamens sind also zwar konkret im Umfeld des Nordbairischen entstanden, weil die Schreiber die nordbairisch ausgesprochenen Namen verschriften mussten, doch kommen die einzelnen Erscheinungen so auch in anderen Dialektlandschaften vor und sind nicht auf das 17.-19. Jh. beschränkt."

In den mikroverfilmten Pfarrmatrikeln und den Originaldokumenten in den staatlichen Archiven in der Oberpfalz sind folgende Schreibweisen zu der Sippe zu finden:

Schreglman(n),Schregelmann, Shedlman, Schetlman, Schroeglmann, Schröglman(n), Schräglmann, Schrecklmann, Schreckelman, Schreckhlman, Schreklmann, Schleglman, Schlöglmann, Scheglman(n), Schöglman(n), Schoeglman, Schecklman(n), Scheckhlman, Schöcklmann, Schöckhlman(n), Schöckelman, Schäcklmann, Schäckhlman, Schedlman, Schedelman, Schödlman(n), Schödelmann, Schettelman(n)