Haar/Opf.

Geburts-und Wohnort meiner Urahnen

Weiler mit 2 Bauernhöfen. Unterschiedliche Schreibweisen des Ortnamens in der Vergangenheit: Hartt, Hart, Harth, Hardt, Harr, Haarr, Haar. Ortsüblich wird "die Haar" verwendet. Bei der Volkszählung 1875 sind auf der Haar 31 Einwohner mit 12 Gebäuden gezählt worden.

Haar gehört zur Pfarrei Schlammersdorf, die zeitweise Filiale der Pfarreien Mockersdorf und Kirchenthumbach war. Die Kirchenbücher von Schlammersdorf sind ab 1672 geführt worden, der Ort Haar erscheint aber vor 1858 unter Kirchenthumbach.


In den Zinsbüchern des Klosters Speinshart für den Zeitraum von 1530-1547 ist noch kein zinspflichtiger Bauernhof auf der Hartt aufgeführt. Die Zinsbücher von 1548-1569 fehlen. Erstmalig ist im Zeitraum von 1570-1575 ein Hans Piersack als Besitzers eines 1/3-Hofes auf der Hartt genannt worden. Der Hof dürfte daher im Zeitraum von 1548-1569 vom Kloster erworben worden sein. Die folgenden Zinsbücher der Grundherrschaft Kloster Speinshart bis 1755 weisen mehrere Unterbrechungen auf. Die zinspflichtigen Besitzer dieses Bauernhofes wechseln häufig. Im Zeitraum von 1640-1647 ist auf der Hardt erstmalig ein Georg Schleglman zwischen Hans Kallmer und Georg Knörer als Besitzer genannt. Es war die letzte Phase des 30-jährigen Krieges, in der auch die Oberpfalz nicht verschont wurde. Dieser Bauernhof war jedoch nicht von den Kriegseinwirkungen betroffen, während im nahen Penzenreuth 4 von 5 Bauernhöfen des Klosters verödet (geplündert/niedergebrannt) waren. In den folgenden Zinsbüchern des Klosters bis 1755 taucht auf der Haar kein Mitglied der Schreglmann-Sippe mehr auf. Der letzte Besitzer, der in diesem Zeitrahmen genannt wurde, war Hans Pirkhlpaur. Mindestens seit 1666 sind jedoch Angehörige der Schreglmann-Sippe auf der Haar ansässig. Ihr Bauernhof könnte ursprünglich ein Einödhof mit großen Grundbesitz gewesen sein. Der Hofname ist "Haarbauer". Er liegt auf einer Anhöhe, während der dem Kloster zinspflichtige Hof unterhalb des Hanges gelegen ist. Vielleicht mussten die Besitzer/ die Grundherrschaft des Einödhofes Teile ihres Grundes an das Kloster verkaufen, so daß ein 2. Hof entstand. Nach 1755 hat das Kloster diesen Bauernhof an eine Grundherrschaft in Eschenbach verkauft. Auch der Hof der Schreglmann-Sippe kam zu dieser Grundherrschaft. Darüber geben die folgenden Kataster Auskunft.

Im Häuser-und Rustikalsteuerkataster von 1812 sind für die Haar 2 Hausnummern vergeben worden. Nr. 1 mit Hausnamen "der Haarbauer", Besitzer war Johannes Schregelmann. Nr. 2 mit Hausnamen "Herr" war im Besitz von Johann Herr. Damals gehörte die Haar zum Steuerdistrikt Schlammersdorf, Rentamt Eschenbach und Speinshart. Der Hof Nr. 1 wird als 1/4-Hof bezeichnet. Es handelte sich um ein aus Holz gebautes Bauernhaus mit Stall, Stadl, Schweinestall, Wagenschuppen, Holzschuppen und Backofen. Der Hof gehörte zu einer Grundherrschaft mit Namen "Peter Wehel und Cons." in Eschenbach. Johannes Schregelmann hat den größten Teil des Hofes am 22. Mai 1773 von seiner Mutter Katharina Schregelmann um 850 Gulden, den Rest 1779 um 138 Gulden gekauft (der Vater Johann Georg war vermutlich bereits verstorben). Das auf dem Bauernhof ohne Grundanteil bestehende Lehen an den Gebäuden war am 25. Feb. 1797 um 264 Gulden abgelöst worden, d.h. alle Gebäude waren ab diesem Zeitpunkt "freies Eigen". Johannes Schregelmann war der Vater meines UrUrUrgroßvaters Georg Michael, der 1778 geboren wurde.

Alle Äcker, Wiesen, Waldungen, und Ödungen sind ohne Größenangaben aufgezählt. Sie waren auch weiterhin zinspflichtiges Lehen. Dafür waren Walburgi- und Michaelizinsen in Höhe von 1 Gulden, 47 Kreuzer zu entrichten. Blut-, Getreide- und Grünzehnt stand der Pfarrei in Thumbach (=Kirchenthumbach) zu.

Das Grundsteuer-Urkataster vom 17. Sep. 1840 ist umfangreicher und genauer. Inzwischen sind für den Weiler 3 Hausnummern vergeben. Der Haarbauer ist Johann Schröglmann. Er hatte den Bauernhof mit Brief vom 15. Jan. 1812 von seinem Vater um 2880 Gulden gekauft. Der Bauernhof wurde mit 5 Gebäuden gezählt: Wohnhaus mit Stall, Stadel mit Wagenschuppen, Schweinestall, Streuschuppen, Holzschuppen und Backofen. Neu ist ein Ziegelstadel mit Wohnung. Es war also das erste mit Ziegeln gemauerte Haus mit einer Wohnung errichtet worden. Dieses Haus hat die Hausnummer 3 bekommen. 1840 ließ der Haarbauer Johann Schröglmann eine Kapelle aus Stein am Waldrand errichten. Damit löste er ein persönliches Versprechen ein. Auf der Haar haben zu dieser Zeit mehrere Generation der Sippe mit vielen Nachkommen gelebt.

Obwohl als 1/4-Hof bezeichnet, waren umfangreiche Flächen mit Äckern, Wiesen, Waldungen, Ödungen im Gesamtbetrag von 119,61 Tgw zugehörig. d.h. der Hof hatte die Größe, wie sie z.B. ehemals nicht geteilte Klosternbauernhöfe des Klosters Speinshart in Vorbach hatten. Über 110 Tgw gehörten dabei zur "Literatur A", d.h. zum angestammten Besitz. 32 Tgw waren Wald, der den Hof von 3 Seiten umgab sowie 42 Tgw Äcker. Der große Waldbesitz ist hervorzuheben. Die Verwertung des Holzes dürfte den Bauernhof auf eine stabile wirtschaftliche Grundlage gestellt haben. Quelle: www.Oberpfalz-luftbild.de

Im Urkataster von 1840 sind Walburgi- und Michaelizinsen, 1 Gulden, 45 Kreuzer, 1 Fastnachtshenne ersatzweise 7 Kreuzer, 4 Heller an die "Wedlischen und Herrischen Relikte in Eschenbach" zu entrichten . Es handelte sich um eine Verwaltung der Hinterlassenschaft der Familien Wedl und Herr in Eschenbach, an der ungefähr 15 Personen Anteile hatten, davon 9 Nachkommen mit Namen Wedl. Die Grundherrschaft hatte also seit 1812 nicht gewechselt (damals Wehel und Cons., jetzt Wedlische und Herrische Relikte).

Gras-, Heu-, und Grünzehnt (Blutzehnt wurde aufgehoben) gingen an die Pfarrei Kirchenthumbach, geringe Teile auch an die Wedlischen Relikte. Für Dienstbarkeiten, Sach- und Geldleistungen waren weiterhin aufgeführt: der Messner zu Kirchenthumbach, ein Handwerksmeister in Röthenlohe, das königliche Rentamt Eschenbach (Nachfolger der Grundherrschaft des aufgelösten Klosters Speinshart) und ein Bauer in Großkotzenreuth (Weiderechte, die abgelöst waren. Dies war jedoch noch nicht rechtswirksam).

Das Bild zeigt die beiden Bauernhöfe des Weilers Haar. Im oberen linken Bereich der Luftaufnahme aus http://www.oberpfalz-luftbild.de ist der Bauernhof zu sehen, in dem bis in die 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts meine Vorfahren/Verwandten lebten. Der darunter liegende Hof gehörte Josef Herr. Als er 1961 alleinstehend verstarb, vermachte er Wohnhaus und Äcker an die Jugendfürsorge der Caritas in Regensburg. 1973 erwarb die Flüchtlingsfamilie Sendetzky aus Eschenbach das alte Bauernhaus und das anschließende Grundstück mit der Auflage, zum Gedächtnis an den Erblasser am Waldrand eine neue Kapelle zu errichten. Haar gehört heute zur Gemeinde Schlammersdorf und liegt im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.


Informationen aus den Kirchenbüchern und Zinsbüchern des Klosters Speinshart:

Georg Schleglmann *~1620, Bauer auf der Haar 1640-47, Sohn:

Hannß Schreckelman, geb. am 12. Jan. 1661

Anmerkung: Von Georg Schleglmann/Schreckelman sind weitere Hinweise in den Matrikeln bekannt. Am 3. April 1663 war er Trauzeuge bei der Hochzeit von Georg Knyer, wohnhaft auf der Haar, und Margaretha Hirschmann aus Funkendorf. Georg Schreckelman/Schröglman war am 11. Mai 1666 auf der Hochzeit von Georg Knier, wohnhaft in Penzenreuth, mit Veronika Hainl aus Weldendorf erneut als Trauzeuge zugegen.


Hochzeit ~1660, Johann Schröglmann und Anna Schröglmann, geb. ...., Kinder

Barbara, geb. am 24. Sept. 1661

Elisabetha, geb. am 24. Sept. 1666

Simon, geb. am 29. Apr. 1668


Hochzeit am 5. Feb. 1674, Johann Schöglmann, Witwer zu Haar, und Martha, geb. Schwemmer, Witwe,

Trauzeuge war Johann Schedlmann aus Eschenbach.


Im Juni 1706 heiratet Georg Schreckhlman/Scheckhlman/Schrecklmann, Vater ist Johann Schreckhlman, Kinder:

Johann Scheckhlman, geb. am 3. Apr. 1708

Anna Margaretha Schrecklmann, geb. am 6. Feb. 1713

Katharina Margaretha Scheckhlman, geb. Feb. 1718


Georg Scheglmann am 20. Apr. 1724 verstorben.


Johann Schöglmann, Bauer auf der Haar, und Margaretha Schöglmann, geb. Gingl haben am 2. Mai 1741 geheiratet. Vater des Bräutigams war Georg Schöglmann. 4 Kinder wurden erkannt:

Johann Konrad, geb. am 14. Apr. 1743 (vermutlich frühzeitig verstorben)

Johann Konrad, geb. am 3. Mai 1744

Johann, geb. am 16. Aug. 1748

Maria, geb. am 4. Okt. 1753


Johann Schleglman hat Elisabeth Wisent geheiratet. 7 Kinder wurden erkannt:

Johann Michael, 1776

Georg Michael, geb. am 29. Aug. 1778 (mein UrUrUrgroßvater)

Margaretha Anna, geb. 1781, als Kleinkind verstorben

Margaretha Anna, geb. 1784, als Kleinkind verstorben

Georg Nikolaus, geb. 1786

Johann, geb. 1790

Margaretha Anna, geb. 1792


Johann Schreglmann*6. Mai 1828 auf der Haar, unehel. Sohn von M. Schreglmann von der Haar, heiratet am 29. April 1880 Maria Lang aus Ernstfeld, unehel. Tocher von M. Land aus Ernstfeld


Michael Schreglmann*1824, +10. Mai 1876 auf der Haar


Johann Schreglmann*24. Juni 1852 auf der Haar, Mutter Theresia Schreglmann, Bauerstochter auf der Haar, heiratet am 6. Juni 1887 Theresia Graef, Bauerstochter aus Pfaffenstätten (*16. Juni 1865 in Moos)