Meine Vorfahren Schreglmann - Winterstein


Überblick

Meine Vorfahren und Verwandten der Linie Schreglmann waren Bauern, die ab dem 17. Jahrhundert in der Folge in den Orten Haar/Oberpfalz, Vorbach/Oberpfalz. und Voita/Oberfranken. nachgewiesen werden können. 1883 endete die Bauerntradition. Mein Großvater verdingte sich als Knecht in Schkeuditz/Sachsen und Posterstein/Sachsen. Mit ihm ging seine spätere Frau, meine Großmutter, Elisabeth Winterstein, die als Landarbeiterin tätig war. 1900 haben sie in Nöbdeniz/Sachsen geheiratet. Sie sind im gleichen Jahr nach Nairitz/Oberfranken, dem Geburtsort meiner Großmutter, zurückgekehrt. 1901 hat mein Großvater eine Anstellung bei der Eisenbahn erhalten. Er wurde als Lokomotivheizer ausgebildet. 1905 ist die Familie nach Rothenburg ob der Tauber/Mittelfranken umgezogen, da mein Großvater an den dortigen Bahnhof versetzt worden ist. Dort ist 1911 mein Vater, Max Schreglmann, geboren. Mein Vater hat in Rothenburg/T. eine Ausbildung als Textilkaufmann durchlaufen. Danach hat er eine Anstellung als Finanzbeamter im mittleren Dienst erhalten. Im Laufe des II. Weltkrieges wurde er Soldat bei einer Panzerdivision in Kurland. Dort wurde er 1945 durch russische Soldaten gefangengenommen und in einem Lager am Onegasee untergebracht. 1946 ist er entlassen worden und nach Rothenburg/T. zurückgekehrt.

Die Urahnen

der Haarbauernhof, Bildquelle: Linda SharpMeine Urahnen stammen aus dem Weiler Haar/Opf. "Die Haar" liegt ca. viereinhalb Kilometer westlich von Tremmersdorf/Speinshart inmitten eines Waldgebietes. In einem Zinsbuch des Klosters Speinshart ist in der Endphase des 30-jährigen Krieges, 1640-1646 für eine kurze Zeit, Georg Schleglman als Besitzer des Klosterbauernhofes im Weiler Haar aufgeführt. Im Unterschied zu vielen anderen Besitzungen des Klosters hat der Hof auf der Haar den 30-jährigen Krieg unbeschadet überstanden. Dies hat er wahrscheinlich seiner abgelegenen Lage zu verdanken.
Meine Vorfahren waren seit mindestens 1666 auf der Haar ansässig. Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts waren Verwandte durchgehend im Besitz eines Bauernhofes.
Das Bild zeigt das Wohnhaus des Bauernhofes, wie es ca. 1960 anzusehen war.


 

Die UrUrUrgroßeltern

Am 29. August 1778 ist mein UrUrUrgroßvater Georg Michael Schleglman auf der Haar geboren worden. Georg Michael hat 1803 die Haar verlassen und im nahen Vorbach die Bauerstochter Maria Bauer geheiratet (meine UrUrUrgroßmutter). Deren Vater, Michl Bauer, hat seiner Tochter den Bauernhof Nr. 6 gekauft. Vorbach liegt zwei Kilometer Nordnordost von Schlammersdorf, hart an der Grenze zu Oberfranken. Die Familie hatte 9 Kinder.

Die UrUrgroßeltern

Mein UrUrgroßvater Johann Lorenz Schreglmann ist als 3. Kind am 16. Oktober 1810 in Vorbach geboren worden. Er hat später den Beruf eines Maurers erlernt. 1836 hat er in den Bauernhof Nr. 33 in Vorbach eingeheiratet. Der Hof hatte 51 Tagwerk. Die Braut hieß Barbara Stauber (meine UrUrgroßmutter).

Die Familie hatte insgesamt 10 Kinder. 8 sind in Vorbach geboren. Als drittes Kind kam mein Urgroßvater Georg Schrecklmann zur Welt.1853 haben meine UrUrgroßeltern ihren Besitz verkauft und im nahen Voita/Ofr. die Hälfte eines "zertrümmerten Gilthofes", Voita Nr. 2, erworben. Dabei handelte es sich um einen ehemaligen, einer Grundherrschaft zugehörigen und damit ehemals zinspflichtigen Bauerhof, der aufgeteilt worden war. Dieser hatte nur 20 Tagwerk. Die Gründe für diesen Wechsel sind unklar. In Voita sind 2 weitere Kinder geboren worden. Diese wurden im Taufregister der Pfarrei Thurndorf/Ofr. registriert.

Im Jahr 1867 ist meine UrUrgroßmutter Barbara Schreglmann, geb. Stauber, 51-jährig verstorben. Mein UrUrgroßvater verkaufte seinen Besitz an seinen Sohn Georg. Der Besitzwechsel wurde detailliert geregelt, wobei der Altsitzer sich etliche Rechte vorbehielt. Die noch im Haus wohnenden 6 Geschwister behielten Wohnrecht zu Lebzeiten des Vaters und so lange sie ledig blieben. Am 25. April 1876 ist mein UrUrgroßvater Johann in Voita verstorben.

Die Urgroßeltern

Wirtshaus VoitaMein Urgroßvater Georg hat am 26. November 1872 in Schlammersdorf Anna Schmidt aus dem nahen Höflas geheiratet. Sie war 19 Jahre jung, er 32 Jahre alt. Zu dieser Zeit wurde in der Nähe die Eisenbahn nach Windisch-Laibach gebaut. Es hielten sich u.a. viele Fremdarbeiter aus Italien in der Gegend auf. Dies könnte meinen Urgroßvater bewogen haben, im Wohnhaus seines Bauernhofes einen Gasthof zu eröffnen. In Dokumenten dieser Zeit wird als seine Berufsbezeichnung "Wirt" angegeben. Das Bild zeigt das ehemalige Gasthaus/das Wohnhaus des früheren Bauernhofes 2003 in Voita.

Am 9. September 1875 ist mein Großvater Bartholomäus geboren worden. Am 22. Mai 1881 hat er eine Schwester namens Kunigunda erhalten. Nach meinen bisherigen Feststellungen hatten meine Urgroßeltern noch einen weiteren, wahrscheinlich jedoch zwei weitere Nachkommen. Georg Schreglmann und Maria Schreglmann. Über beide konnte ich bisher keine Geburtsnachweise finden. Meine Urgroßmutter ist vor 1884 in Voita - wahrscheinlich im Kindbett - verstorben. Ein Eintrag im Bildquelle: OpenStreetMapSterberegister des zuständigen Standesamtes Losau ist nicht vorhanden.

In den 70-er und 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts gab es mehrere Zu-und (vor allem) Abgänge von Grundstücken, wie aus dem Grundsteuerkataster des Rentamts (=Finanzamt) Pegnitz zu ersehen ist. Der gesamte Restbesitz wurde am 10. November 1883 durch einen Augustin Schmidt aus Eschenbach ersteigert. Mein Urgroßvater Georg ist (zusammen mit seinen Kindern) nach Funkendorf/Ofr., Haus Nr. 4, verzogen und hat sich in der Folge als Taglöhner verdingt. Dies war das Ende einer Jahrhunderte langen Bauerntradition meiner Vorfahren. Georg Schreglmann ist am 28. August 1902 in Funkendorf verstorben. Sein Sohn Georg Schreglmann war bei seinem Ableben zugegen. Maria Schreglmann hat 1898 in Altencreußen, Haus Nr. 10, gewohnt und dort am 4. Februar einen Sohn geboren, den sie den Namen Bartholomäus gegeben hat.

Die Großeltern

Mein Großvater Bartholomäus begann mit 14 Jahren in Nürnberg eine Lehre als Metzger. Da er es in der Fremde nicht aushielt hat er sie nach einem halben Jahr abgebrochen und ist in die Heimat zurückgekehrt. Dort hat er Elisabeth Winterstein aus Nairitz/Ofr. kennengelernt. Zwischen 1893 und 1895 leistete Bartholomäus Militärdienst im kaiserlichen Heer. Zurück in der Heimat hat er vermutlich in der Landwirtschaft gearbeitet. 1898 bekam Elisabeth Winterstein ein Kind von ihm. Das Mädchen erhielt den Namen Margarethe. Beide konnten noch nicht heiraten, da sie nicht das nötige Geld hatten.

Elisabeth ließ ihr Kind bei ihrer Mutter Katharina Winterstein in Nairitz zurück. Zusammen mit Bartholomäus gingen sie nach Schkeuditz bei ehem. Aufnahmestation - Bildquelle: Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz Leipzig und arbeiteten dort auf einem Rittergut. Es handelte sich wahrscheinlich um das Rittergut Alt-Scherbitz, das seit 1876 Provinzial-Irrenanstalt war und nebenbei eine Landwirtschaft führte. Bartholomäus wurde als Kutscher eingesetzt und Margarethe arbeitete als Landarbeiterin.Katharina Winterstein

Katharina Winterstein, meine Urgroßmutter (siehe Bild), ist am 16.8.1857 in Nairitz/Ofr. als lediges Kind von Konrad Ammon, wohnhaft in Seidwitz, und Barbara Winterstein geboren worden. Barbara Winterstein, meine UrUrgroßmutter, hatte eine weitere Tochter, Barbara Winterstein, geb. am 9.2.1861 in Nairitz. Sie hat später in Bayreuth gelebt und ist auch dort verstorben.

Meine Großmutter Elisabeth Winterstein ist am 27.9.1876 in Nairitz ledig geboren worden. Der Vater war Johann Martin Porsch, geb. 12.6.1856 in Nairitz, Beruf: Maurer. Er ist am 16.10.1921 in Kicherswöhr(?)verstorben. Die Eltern des Johann Martin Porsch waren: Johann Kreutzer, Gütlerssohn aus Frankenberg und Elisabetha Porsch, Schulhalterstochter aus Nairitz. Elisabeth Winterstein, meine Großmutter hatte eine Schwester, verheiratete Dennerlein, die in Windisch-Laibach lebte.

Bildquelle:www.burg-posterstein.de

Vor 1900 haben meine Großeltern, Bartholomäus und Elisabeth, Schkeuditz wieder verlassen und sind nach Posterstein, südwestlich von Gera, gezogen. Sie haben dort vermutlich ebenfalls auf einem Rittergut gearbeitet, Bartholomäus als Dienstknecht und Elisabeth als Landarbeiterin. Am 27.November 1900 haben dann beide im nahen Nöbdenitz standesamtlich geheiratet. Bartholomäus (aus der Oberpfalz) war katholisch und Elisabeth (aus Oberfranken) war evangelisch.Bildquelle: www.rothenburg.de

Bartholomäus hat am 1.Januar 1901 in der Heimat eine Anstellung bei der Eisenbahn bekommen. Zuerst war er im Gleisbau eingesetzt. Später machte er eine Ausbildung zum Lokomotiv-Heizer. Vor 1910 ist die Familie nach Rothenburg ob der Tauber umgezogen, da Bartholomäus an den dortigen Bahnhof versetzt wurde. Er war in den folgenden Jahren auf Dampfzügen im mittel-und unterfränkischen Raum eingesetzt. Am I. Weltkrieg hat er nicht teilgenommen. Vermutlich war er unabkömmlich.

 

 

Familie Bartholomäus und Elisabeth Schreglmann

Die Familie hat sieben Kinder bekommen. Der Sohn Wilhelm ist mit 3 Jahren an einer Infektion gestorben. Bartholomäus wurde frühzeitig wegen seiner schlechten Augen pensioniert. Er lebte mit seiner Frau bis ins hohe Alter im Hause seiner Tochter Margarethe. Auf dem Bild ganz links, als jüngstes Kind, ist mein Vater Friedrich Maximilian Schreglmann zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Eltern

Mein Vater, Friedrich Maximilian (Max) Schreglmann, ist am 5.1.1911 als jüngster Sohn von Bartholomäus und Elisabeth in Rothenburg ob der Tauber geboren worden. Er besuchte die Volksschule und machte eine Lehre als Textilkaufmann. Anschließend wechselte er in die Mittlere Beamtenlaufbahn. Er absolvierte die Finanzschule in Meersburg/Bodensee und wurde am Rothenburger Finanzamt eingesetzt. Er war der Künstler in der Familie, d.h. er hatte schon frühzeitig Verbindung zu Malern und Musikern in Rothenburg/T., die sich in der Hans-Sachs-Gilde zusammengeschlossen hatten. Er hatte großes schauspielerisches Talent, vor allem für komische Rollen. Die Hans-Sachs-Gilde in Rothenburg/T. hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Fastnachtsschwänke des berühmten fränkischen Dichters aus Nürnberg in Rothenburg/T. aufzuführen.

Im Jahr 1938 hat er Margarethe Stöhr, meine Mutter, geheiratet. 1939 wurde mein Bruder Thomas Ulfried Herwig Schreglmann und 1940 ich selbst geboren. Mein Vater wurde 1941 in Weimar gemustert, als Soldat ausgebildet und 1943 zu einer Panzerdivision nach Rußland verlegt. Er war Gefreiter/Obergefreiter in der Schreibstube. 1945 kam er in SWIRSTROJ, zwischen Ladoga- und Onegasee, in russische Kriegsgefangenschaft. 1946 ist er wegen eines Herzleidens entlassen worden.

Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts eröffnete er mit Partnern in Rothenburg/T. ein Textilgeschäft ("Döring und Schreglmann"). In den 50er Jahren wurde er dann wieder am Finanzamt eingestellt. Er war auch nach dem Kriege in der Hans-Sachs-Gilde aktiv und hat viele Hauptrollen gespielt. Die Aufführungen fanden im historischen Kaisersaal des Rathauses statt.

Die Strapazen der Gefangenschaft hatten einen angeborenen Herzklappenfehler verschlimmert. Er hat sich in der Folge immer mit körperlichen Anstrengungen zurückgehalten und dieses Handikap lange Jahre gut beherrscht. Mit 60 Jahren mußte er jedoch als Steueramtsinspektor pensioniert werden. Er hat nach der Scheidung von meiner Mutter 1964 nochmal geheiratet. Er ist am 12. Mai 1973 an seinem Leiden gestorben.